Die Durchführung von klinischen Studien vereinfachen?
Wir harmonisieren Abläufe.

Mitglieder

Assoziierte Mitglieder

Die SCTO ist eine eigenständige Organisation und basiert auf einer Initiative des Schweizerischen Nationalfonds und der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften.

Seit 2017 ist die SCTO eine vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation sowie vom Schweizerischen Nationalfonds geförderte Forschungsinfrastruktur von nationaler Bedeutung.

Statistik und Methodologie

SCTO Statistics and Methodology Platform
Plattform-Koordinatorin

Dr. Brigitta Gahl, Universität Bern, CTU Bern

Dr. Brigitta Gahl

«Es geht uns um die Gemeinschaft.»

Auszeichnungen für die Entwicklung statistischer Lösungen für die klinische Forschung

In einem ersten schweizweiten Wettbewerb wurden dieses Jahr Statistikerinnen und Statistiker aus dem Umfeld des CTU-Netzwerks eingeladen, ihre Fähigkeiten zu demonstrieren. Die teilnehmenden Teams konkurrierten um einen Zuschuss zur Entwicklung von Programmcodes, welche Lösungen für statistische Probleme bringen und somit letztlich zu mehr Qualität in der klinischen Forschung beitragen sollen.


Neuer Antrieb für die Statistik

Die Ausschreibung der SCTO-Plattform Statistics & Methodology ergab insgesamt sechs Bewerbungen aus dem französisch- und deutschsprachigen Teil der Schweiz. Genau die Hälfte der teilnehmenden Teams schlug vor, die immer wieder knifflige Frage der Berechnung des Stichprobenumfangs der Teilnehmenden für klinische Studien anzugehen: Wie viele Teilnehmende braucht eine Studie, damit aussagekräftige Ergebnisse aus ihr folgen? Wer Studien konzipiert, muss bei dieser Frage eng mit Statistikerinnen und Statistikern zusammenarbeiten, denn mit ihr steht und fällt die Studie. Genau zu diesem Zweck gründete die SCTO ihre Plattformen: Ihre Mitglieder sollen nicht nur eine Führungsrolle in ihrem jeweiligen Fachbereich übernehmen und Ressourcen zur Verfügung stellen, sondern sich gegenseitig auch neue Impulse geben, damit sie ihrem Fachgebiet neuen Antrieb verleihen und mit den aktuellen Trends und Best Practices schritthalten können.
 

Doppeltes Siegerteam

Welche der von den teilnehmenden Teams eingereichten Lösungen bringt nun aber den grössten Nutzen für die klinische Forschung? Um dies herauszufinden, steckten die Mitglieder der Plattform einen Tag lang die Köpfe zusammen. Hervorgegangen ist ein doppeltes Siegerteam: Das Team um Dr. Andreas Limacher von der CTU Bern für seine «Precision-based sample size calculation» sowie das Team unter der Leitung von Dr. Thomas Fabbro von der CTU Basel, dessen Tool dazu dienen soll, die Annahmen, die der Berechnung des Stichprobenumfangs zugrunde liegen, auf eine Art zu visualisieren, dass Ärztinnen und Ärzte diese Annahmen leichter überprüfen können. Jedes Team erhält CHF 12'000, um seinen Programmcode zu entwickeln und zu veröffentlichen. Der Gewinn ist an die Bedingung geknüpft, den Code in enger Zusammenarbeit mit einer jeweils anderen CTU zu prüfen und auf seine Tauglichkeit in der Praxis zu testen.
 

Dynamische Gemeinschaft

Dr. Brigitta Gahl, Koordinatorin der Plattform, erklärte: «Sobald die Produkte der Gewinnerteams vorliegen, werden sie im Interesse der Forschung weltweit freigegeben. Die Teams werden den Programmcode in Repositories veröffentlichen, die von einer offenen Gemeinschaft von Fachleuten besucht werden. Diese können ihn dann umgehend in der Praxis anwenden. Die Statistik hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt, etablierte Verfahren werden hinterfragt und verfeinert, neue Verfahren sind auf dem Vormarsch. Es geht uns um die Gemeinschaft: Nur im ständigen Austausch mit anderen Statistikerinnen und Statistikern können wir mit dieser Dynamik Schritt halten und sie sogar mitgestalten.»

Statistik und Methodologie in Kürze

Übersetzende zwischen den beiden wissenschaftlichen Systemen Medizin und Mathematik

Bei jeder Art von Forschung hängt die Qualität der Ergebnisse von der Stringenz und Präzision der statistischen Analyse und der Methodik ab. In der klinischen Forschung werden geeignete statistische und mathematische Methoden und Prinzipien auf medizinische Daten angewendet, um numerische (quantitative) Antworten auf die Studienfragen abzuleiten.

In Zusammenarbeit mit ihren Forscherkolleginnen und -kollegen übersetzen Statistikerinnen und Statistiker die wissenschaftliche Fragestellung in eine Frage, die quantitativ aus den gesammelten Daten beantwortet werden kann. Dann übertragen sie das Ergebnis der Berechnungen aus Zahlen zurück in medizinische Begriffe und Zusammenhänge. Effektiv arbeiten Statistikerinnen und Statistiker als Übersetzende zwischen den beiden wissenschaftlichen Systemen Medizin und Mathematik und vermitteln zwischen Studienfragen, statistischer Modellierung und klinischen Behandlungsmethoden unter Verwendung der Sprache der Zahlen und medizinischer Terminologie.

Lesen Sie in unserem Factsheet (in Englisch) unten, welchen Beitrag die Expertinnen und Experten unserer Statistics & Methodology-Plattform zu diesem Thema leisten.